Das „Erste-Nacht-Syndrom“: Warum schlafen wir so schlecht in fremden Betten? Nicht nur im Urlaub
Du verbringst Stunden damit, ein Hotel für optimale Erholung auszuwählen, nur um dann in der ersten Nacht deines Urlaubs oder deiner Geschäftsreise schlaflose Stunden in einem bequemen Bett zu verbringen? Entgegen der allgemeinen Annahme ist das nicht verwunderlich und das Phänomen hat sogar einen eigenen Namen: das „Erste-Nacht-Syndrom“. Warum führt die erste Nacht in einem ungewohnten Bett so oft zu Schlaflosigkeit oder schlechtem Schlaf? Wir finden es heraus!
Inhalt:
- Erste-Nacht-Syndrom: Was ist das?
- Die Wirkung der ersten Nacht unter der Lupe von Wissenschaftlern
- Wie kann man dem Effekt der ersten Nacht entgegenwirken?
- Zusammenfassung: Das Syndrom der ersten Nacht gezähmt
Erste-Nacht-Syndrom: Was ist das?
Das sogenannte „Erste-Nacht-Syndrom“, auch bekannt als „First-Night-Effekt“, ist ein Phänomen, bei dem sich die Schlafqualität in der ersten Nacht an einem fremden Ort verschlechtert. Laut einer in Current Biology veröffentlichten Studie der japanischen Wissenschaftlerin Masako Tamaki führt eine ungewohnte Schlafumgebung dazu, dass eine Gehirnhälfte empfindlicher auf akustische Reize reagiert. Dies ist eine Form nächtlicher Wachheit, die durch einen natürlichen Überlebensinstinkt bedingt ist. Diese These wird durch die Ergebnisse der diesjährigen Schlafstudien bestätigt, die unter anderem in „Sleep Medicine Reviews“ veröffentlicht wurden.
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Die Wirkung der ersten Nacht unter der Lupe von Wissenschaftlern
Schlechterer Schlaf in neuer Umgebung hat eine biologische Erklärung. Forscher der Brown University beobachteten erstmals die Gehirnaktivität von Menschen, die über Nacht in einem Schlaflabor schliefen. Sie stellten fest, dass die beiden Gehirnhälften im Tiefschlaf nicht gleich stark arbeiteten – die linke Hemisphäre blieb wacher und reagierte stärker auf Geräusche als die rechte. Die Forscher vermuten, dass dies ein evolutionäres Überbleibsel eines Schutzmechanismus sein könnte. In ungewohnter Umgebung können wir potenzielle Gefahren nicht sofort einschätzen, daher schaltet das Gehirn seine Wachsamkeit nicht vollständig ab. Einige Vögel und Meeressäugetiere nutzen eine ähnliche Strategie, allerdings in einer deutlich weiterentwickelten Form. Eine Hemisphäre ruht, während die andere die Umgebung überwacht.
Meist gewöhnt sich der Körper nach der ersten oder zweiten Nacht an einen Ort. Das Problem verschärft sich für Menschen, die häufig reisen und regelmäßig ihre Unterkunft wechseln.
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Wie kann man dem Effekt der ersten Nacht entgegenwirken?
Der sogenannte „Erste-Nacht-Effekt“ lässt sich nicht immer vollständig vermeiden, aber du kannst die Anzahl der Reize, die das Einschlafen erschweren, reduzieren. Am besten schaffst du dir zumindest einen Teil der Vertrautheit deines eigenen Schlafzimmers an einem neuen Ort. Folgendes kann dabei besonders hilfreich sein:
- Nimm dein eigenes Kissen oder deinen eigenen Kissenbezug mit, sofern dein Gepäck dies zulässt.
- Den täglichen Pyjama anziehen,
- Ähnliche Schlafenszeit wie zu Hause beibehalten,
- den Raum verdunkeln und die Leuchtdioden abdecken,
- Schalte die Klimaanlage aus, wenn deren Lärm deinen Schlaf stört.
- Stelle die Temperatur nach deinen Vorlieben ein.
- Verzichte auf schwere Mahlzeiten und größere Mengen Alkohol vor dem Schlafengehen.
Um das Einschlafen in der ersten Nacht zu erleichtern, ist es ratsam sich vorher an das Zimmer zu gewöhnen. Anstatt erst kurz vor dem Schlafengehen hineinzugehen, nimm dir etwas Zeit, pack deine Sachen aus und achte darauf, woher die Geräusche kommen. Versuche außerdem nicht, sich zu sehr darauf zu konzentrieren, schnell einschlafen zu müssen. Ständiges Kontrollieren der Uhr und Zählen der verbleibenden Schlafstunden verstärkt meist nur die Anspannung. Lese stattdessen etwas Leichtes, höre beruhigende Musik oder mach ein paar Atemübungen.
Wenn du weißt, dass du auswärts oft schlecht schläfst, solltest du bei der Buchung nicht nur auf den Hotelstandard achten. Achte auf verschiedene Kissenoptionen, Verdunkelungsvorhänge, eine geeignete Matratze und die Lage des Hotels in ruhiger Umgebung.
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Zusammenfassung: Das Syndrom der ersten Nacht gezähmt
„Erste-Nacht-Syndrom“ ist eine natürliche Reaktion auf eine ungewohnte Umgebung und kein Zeichen für ein ungeeignetes Hotel oder eine unbequeme Matratze. Das Gehirn braucht Zeit, um sich an einen neuen Ort zu gewöhnen und seine Wachsamkeit zu reduzieren. Daher ist die darauffolgende Nacht meist erholsamer. Ein Kissenbezug, eine vertraute Routine, eine angenehme Temperatur und weniger Lärm können die Eingewöhnung erleichtern.